{"id":13921,"date":"2021-12-16T17:31:00","date_gmt":"2021-12-16T16:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/event\/selbst-abgeschossen\/"},"modified":"2025-02-27T14:02:03","modified_gmt":"2025-02-27T13:02:03","slug":"selbst-abgeschossen","status":"publish","type":"event","link":"https:\/\/dev.meettheredbaron.com\/de\/event\/selbst-abgeschossen\/","title":{"rendered":"Selbst abgeschossen"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Selbst abgeschossen (Mitte M\u00e4rz 1917) Abgeschossen ist eigentlich ein falscher Ausdruck f\u00fcr das, was mir heute passiert ist. Ich nenne abgeschossen im allgemeinen nur den, der \u2019runterplumpst, aber heute habe ich mich wieder gefangen und kam noch ganz heil \u2019runter. Ich bin im Geschwader und sehe einen Gegner, der gleichfalls im Geschwader fliegt. Etwa \u00fcber unserer Artilleriestellung in der Gegend von Lens. Ich habe noch ein ganzes St\u00fcckchen zu fliegen, bis ich die Gegend erreiche. Es ist das der nervenkitzelndste Augenblick, das Anfliegen an den Gegner, wenn man den Feind schon sieht und noch einige Minuten Zeit hat, bis man zum Kampf kommt. Ich glaube, ich werde dann immer etwas bleich im Gesicht, aber ich habe leider noch nie einen Spiegel mitgehabt. Ich finde diesen Augenblick sch\u00f6n, denn er ist \u00fcberaus nervenkitzelnd, und all so etwas liebe ich. Man beobachtet den Gegner schon von weitem, hat das Geschwader als feindlich erkannt, z\u00e4hlt die feindlichen Apparate, w\u00e4gt die ung\u00fcnstigen und g\u00fcnstigen Momente ab. So zum Beispiel spielt es eine ungeheure Rolle, ob der Wind mich im Kampfe von meiner Front abdr\u00e4ngt oder auf meine Front zudr\u00fcckt. So habe ich mal einen [113]Engl\u00e4nder abgeschossen, dem ich den Todesschu\u00df jenseits der feindlichen Linien gegeben habe, und \u2019runtergeplumpst ist er bei unseren Fesselballons, so weit hat ihn der Sturm noch \u2019r\u00fcbergetrieben. Wir waren f\u00fcnf, der Gegner war dreimal so stark. Wie ein gro\u00dfer M\u00fcckenschwarm flogen die Engl\u00e4nder durcheinander. So einen Schwarm, der so gut zusammenfliegt, zum Zersprengen zu bringen, ist nicht leicht, f\u00fcr den einzelnen ausgeschlossen, f\u00fcr mehrere \u00e4u\u00dferst schwierig, besonders, wenn die Zahlenunterschiede so ung\u00fcnstig sind wie in unserem Falle. Aber man f\u00fchlt sich dem Gegner derartig \u00fcberlegen, da\u00df man keinen Augenblick an dem sicheren Erfolg zweifelt. Der Angriffsgeist, also die Offensive, ist die Hauptsache, wie \u00fcberall, so auch in der Luft. Aber der Gegner dachte ebenso. Das sollte ich gleich merken. Kaum sah er uns, so machte er umgehend kehrt und griff uns an. Da hie\u00df es f\u00fcr uns f\u00fcnf M\u00e4nneken: Aufgepa\u00dft! H\u00e4ngt einer ab, so kann es ihm dreckig gehen. Wir schlossen uns ebenfalls zusammen und lie\u00dfen die Herren etwas n\u00e4hertreten. Ich pa\u00dfte auf, ob nicht einer von den Br\u00fcdern sich etwas von den anderen absentierte. Da \u2013 einer ist so dumm. Ich kann ihn erreichen. \u00bbDu bist ein verlorenes Kind.\u00ab Auf ihn mit Gebr\u00fcll. Jetzt hab\u2019 ich ihn erreicht oder mu\u00df ihn gleich erreichen. Er f\u00e4ngt bereits an zu schie\u00dfen, ist also etwas nerv\u00f6s. Ich dachte mir: \u00bbSchie\u00df\u2019 du [114]nur, du triffst ja doch nicht!\u00ab Er scho\u00df mit einer Leuchtspurmunition, die an mir sichtbar vorbeiflog. Ich kam mir vor wie in dem Spritzenkegel einer Gie\u00dfkanne. Nicht angenehm, aber die Engl\u00e4nder schie\u00dfen fast durchweg mit diesem gemeinen Zeug, also mu\u00df man sich daran gew\u00f6hnen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, denn in diesem Augenblick, glaube ich, habe ich gelacht. Bald sollte ich aber eines Besseren belehrt werden. Jetzt bin ich beinahe ganz heran, etwa hundert Meter, das Gewehr ist entsichert, ich ziele noch einmal Probe, gebe einige Probesch\u00fcsse, die Gewehre sind in Ordnung. Nicht mehr lange kann es dauern. Im Geiste sah ich den Gegner schon plumpsen. Die Aufregung von vorhin ist vor\u00fcber. Man denkt ganz ruhig und sachlich, w\u00e4gt die Treffwahrscheinlichkeiten von ihm und von mir ab. \u00dcberhaupt ist der Kampf selbst am wenigsten aufregend in den meisten F\u00e4llen, und wer sich dabei aufregt, macht einen Fehler. Er wird nie einen abschie\u00dfen. Auch ist es wohl Gewohnheitssache. Jedenfalls habe ich in diesem Falle keinen Fehler gemacht. Nun bin ich auf f\u00fcnfzig Meter \u2019ran, jetzt einige gute Sch\u00fcsse, dann kann der Erfolg nicht ausbleiben. So dachte ich mir. Aber mit einem Male gibt es einen gro\u00dfen Knall, ich habe kaum zehn Schu\u00df heraus, gleich darauf klatscht es wieder in meiner Maschine. Es ist mir klar, ich bin getroffen. Wenigstens meine Maschine, ich f\u00fcr [115]meine Person nicht. Im selben Augenblick stinkt es ganz ungeheuerlich nach Benzin, auch l\u00e4\u00dft der Motor nach. Der Engl\u00e4nder merkt es, denn er schie\u00dft nun um so mehr. Ich mu\u00df sofort ablassen. Senkrecht geht es \u2019runter. Unwillk\u00fcrlich habe ich den Motor abgestellt. Es war auch h\u00f6chste Zeit. Wenn der Benzintank durchl\u00f6chert ist und das Zeug einem so um die Beine spritzt, ist die Gefahr des Brennens doch gro\u00df. Vor sich hat man einen \u00fcber einhundertundf\u00fcnfzig \u00bbPferde\u00ab starken Explosionsmotor, also gl\u00fchend hei\u00df. Ein Tropfen Benzin, und die ganze Maschine brennt. Ich hinterlasse in der Luft einen wei\u00dfen Streifen. Ich kenne ihn beim Gegner genau. Es sind dies die Vorzeichen der Explosion. Noch bin ich dreitausend Meter hoch, habe also noch ein ganzes Ende bis auf die Erde. Gott sei Dank h\u00f6rt der Motor auf zu laufen. Die Geschwindigkeit, die das Flugzeug erreicht, kann ich nicht berechnen. Sie ist jedenfalls so gro\u00df, da\u00df ich nicht den Kopf herausstecken kann, ohne durch den Windzug hinten\u00fcber gedr\u00fcckt zu werden. Bald bin ich den Gegner los und habe nun noch Zeit, bis ich auf die Erde komme, zu sehen, was denn meine vier anderen Herren machen. Sie sind noch im Kampf. Man h\u00f6rt das Maschinengewehrfeuer des Gegners und das der eignen. Pl\u00f6tzlich eine Rakete. Ist es das Leuchtsignal eines Gegners? Aber nein. Daf\u00fcr ist es zu gro\u00df. [116]Es wird immer gr\u00f6\u00dfer. Es brennt einer. Aber was f\u00fcr einer? Die Maschine sieht genau so aus wie unsere. Gott sei Dank, es ist ein Gegner. Wer mag ihn abgeschossen haben? Gleich darauf f\u00e4llt aus dem Geschwader ein zweites Flugzeug heraus, \u00e4hnlich wie ich, senkrecht nach unten, \u00fcberschl\u00e4gt sich sogar, \u00fcberschl\u00e4gt sich immer noch \u2013 da \u2013 jetzt hat es sich gefangen. Fliegt geradeaus genau auf mich zu. Auch ein Albatros. Gewi\u00df ist es ihm so gegangen wie mir. Ich bin wohl noch einige hundert Meter hoch und mu\u00df mich so sachte umgucken, wo ich denn landen will. Denn so eine Landung ist meistenteils mit Bruch verbunden. Und so ein Bruch l\u00e4uft nicht immer g\u00fcnstig ab, also \u2013 aufpassen. Ich finde eine Wiese, nicht sehr gro\u00df, aber sie gen\u00fcgt gerade, wenn man etwas vorsichtig zu Werke geht. Au\u00dferdem liegt sie mir g\u00fcnstig, direkt an der Chaussee bei H\u00e9nin-Li\u00e9tard. Dort will ich auch landen. Es geht alles glatt. Mein erster Gedanke ist: Wo bleibt der andere? Er landet einige Kilometer von mir entfernt. Ich habe nun Zeit, mir den Schaden zu beschauen. Einige Treffer sind darin, aber der Treffer, der mich veranla\u00dft hat, den Kampf abzubrechen, ist einer durch beide Benzintanks. Ich habe keinen Tropfen Benzin mehr drin, der Motor ist gleichfalls angeschossen. Schade um ihn, er lief noch so gut. Die Beine lasse ich herausbaumeln aus der Maschine und mag wohl ein ziemlich t\u00f6richtes [117]Gesicht gemacht haben. Sofort hat sich eine gro\u00dfe Menge Soldaten um mich versammelt. Da kommt ein Offizier. Er ist ganz au\u00dfer Atem. Sehr aufgeregt! Gewi\u00df ist ihm was Schreckliches passiert. Er st\u00fcrzt auf mich zu, schnappt nach Luft und fragt: \u00bbHoffentlich ist Ihnen nichts passiert? Ich habe die ganze Sache beobachtet und bin ja so aufgeregt! Herrgott, das sah schrecklich aus!\u00ab Ich versicherte ihm, da\u00df mir gar nichts fehlte, sprang herunter, stellte mich vor. Selbstverst\u00e4ndlich verstand er keinen Ton von meinem Namen. Aber er forderte mich auf, mit seinem Automobil in das nahe H\u00e9nin-Li\u00e9tard hineinzufahren, wo sein Quartier war. Es war ein Pionieroffizier. Wir sitzen bereits in dem Wagen und fahren gerade an. Mein Gastgeber hat sich noch immer nicht beruhigt. Pl\u00f6tzlich erschrickt er und fragt: \u00bbHerrgott, wo ist denn Ihr Kraftfahrer?\u00ab Zuerst wu\u00dfte ich nicht recht, was er meinte, guckte ihn wohl etwas verwirrt an. Dann wurde mir klar, da\u00df er mich f\u00fcr den Beobachter eines zweisitzigen Flugzeuges hielt und nach meinem Flugzeugf\u00fchrer fragte. Schnell fa\u00dfte ich mich und sagte ganz trocken: \u00bbIch fahre allein.\u00ab Das Wort \u00bbfahren\u00ab ist in der Fliegertruppe verp\u00f6nt. Man f\u00e4hrt nicht, man \u00bbfliegt\u00ab. In den Augen des braven Herrn war ich ganz entschieden durch die Tatsache, da\u00df ich allein \u00bbfahre\u00ab, sichtbar gesunken. Die Unterhaltung wurde etwas spr\u00f6der. [118]Da kommen wir in seinem Quartier an. Ich habe noch immer meine schmutzige \u00d6llederjacke an, einen dicken Schal um. Unterwegs hat er mich nat\u00fcrlich mit unendlich vielen Fragen best\u00fcrmt. \u00dcberhaupt war der ganze Herr bedeutend mehr aufgeregt als ich. Da zwang er mich, auf einem Sofa mich hinzulegen, oder wollte dies tun mit der Begr\u00fcndung, da\u00df ich doch von meinem Kampf noch ganz echauffiert sein m\u00fc\u00dfte. Ich versicherte ihm, da\u00df ich schon manchmal luftgek\u00e4mpft h\u00e4tte, was ihm aber gar nicht in den Kopf kommen wollte. Ich sah gewi\u00df nicht sehr kriegerisch aus. Nach einiger Unterhaltung kommt er nat\u00fcrlich mit der ber\u00fchmten Frage: \u00bbHaben Sie schon einmal einen abgeschossen?\u00ab Meinen Namen hatte er, wie gesagt, nicht geh\u00f6rt. \u00bbAch ja,\u00ab sagte ich, \u00bbab und zu.\u00ab \u00bbSo \u2013 so haben Sie etwa schon zwei abgeschossen?\u00ab \u00bbNein, aber vierundzwanzig.\u00ab Er l\u00e4chelt, wiederholt seine Frage und meint, unter \u00bbabgeschossen\u00ab verstehe er einen, der \u2019runtergefallen sei und unten liegenbliebe. Ich versicherte ihm, das w\u00e4re auch meine Auffassung davon. Jetzt war ich ganz unten durch, denn jetzt hielt er mich f\u00fcr einen m\u00e4chtigen Aufschneider. Er lie\u00df mich sitzen und sagte mir, da\u00df in einer Stunde gegessen w\u00fcrde, und wenn es mir recht sei, k\u00f6nne ich ja mitessen. Nun machte ich doch von seinem Anerbieten Gebrauch und schlief eine Stunde fest. Dann gingen wir \u2019r\u00fcber ins [119]Kasino. Hier pellte ich mich aus und hatte zum Gl\u00fcck meinen Pour le m\u00e9rite um. Leider aber keine Uniformjacke darunter, sondern nur eine Weste. Ich bitte um Entschuldigung, da\u00df ich nicht besser angezogen bin, und mit einem Male entdeckt mein guter H\u00e4uptling an mir den Pour le m\u00e9rite. Er wird sprachlos vor Erstaunen und versichert mir, da\u00df er nicht w\u00fc\u00dfte, wie ich hei\u00dfe. Ich sagte ihm nochmals meinen Namen. Jetzt schien ihm etwas zu d\u00e4mmern, da\u00df er wohl schon mal von mir geh\u00f6rt hatte. Ich bekam nun Austern und Schampus zu trinken und lebte eigentlich recht gut, bis schlie\u00dflich Sch\u00e4fer kam und mich mit meinem Wagen abholte. Von ihm erfuhr ich, da\u00df L\u00fcbbert wieder mal seinem Spitznamen Ehre gemacht hatte. Er hie\u00df n\u00e4mlich unter uns \u00bbKugelfang\u00ab, denn in jedem Luftkampf wurde seine Maschine arg mitgenommen. Einmal wies sie vierundsechzig Treffer auf, ohne da\u00df er selbst verwundet war. Diesmal hatte er einen Streifschu\u00df an der Brust bekommen und lag bereits im Lazarett. Seine Maschine flog ich gleich nach dem Hafen. Leider ist dieser hervorragende Offizier, der das Zeug dazu hatte, einmal ein Boelcke zu werden, einige Wochen sp\u00e4ter den Heldentod f\u00fcrs Vaterland gestorben. Am Abend kann ich meinem Gastgeber aus H\u00e9nin-Li\u00e9tard noch Bescheid sagen, da\u00df ich heute ein Viertelhundert voll gemacht habe.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event-type":[257],"source-language":[260],"source-id-tax":[293],"class_list":["post-13921","event","type-event","status-publish","hentry","event-type-air-combat-de","source-language-deutsch-de","source-id-tax-der-rote-kampfflieger-von-rittmeister-manfred-freiherrn-von-richthofen-1917-351-000-400-000-verlag-ullstein-co-berlin-wien-de","entry","no-media"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v25.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Selbst abgeschossen - Meet The Red Baron<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Selbst abgeschossen. 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Der Angriffsgeist, also die Offensive, ist die Hauptsache, wie \u00fcberall, so auch in der Luft. Aber der Gegner dachte ebenso. Das sollte ich gleich merken. Kaum sah er uns, so machte er umgehend kehrt und griff uns an. Da hie\u00df es f\u00fcr uns f\u00fcnf M\u00e4nneken: Aufgepa\u00dft! H\u00e4ngt einer ab, so kann es ihm dreckig gehen. Wir schlossen uns ebenfalls zusammen und lie\u00dfen die Herren etwas n\u00e4hertreten. Ich pa\u00dfte auf, ob nicht einer von den Br\u00fcdern sich etwas von den anderen absentierte. Da \u2013 einer ist so dumm. Ich kann ihn erreichen. \u00bbDu bist ein verlorenes Kind.\u00ab Auf ihn mit Gebr\u00fcll. Jetzt hab\u2019 ich ihn erreicht oder mu\u00df ihn gleich erreichen. Er f\u00e4ngt bereits an zu schie\u00dfen, ist also etwas nerv\u00f6s. Ich dachte mir: \u00bbSchie\u00df\u2019 du [114]nur, du triffst ja doch nicht!\u00ab Er scho\u00df mit einer Leuchtspurmunition, die an mir sichtbar vorbeiflog. Ich kam mir vor wie in dem Spritzenkegel einer Gie\u00dfkanne. Nicht angenehm, aber die Engl\u00e4nder schie\u00dfen fast durchweg mit diesem gemeinen Zeug, also mu\u00df man sich daran gew\u00f6hnen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, denn in diesem Augenblick, glaube ich, habe ich gelacht. Bald sollte ich aber eines Besseren belehrt werden. Jetzt bin ich beinahe ganz heran, etwa hundert Meter, das Gewehr ist entsichert, ich ziele noch einmal Probe, gebe einige Probesch\u00fcsse, die Gewehre sind in Ordnung. Nicht mehr lange kann es dauern. Im Geiste sah ich den Gegner schon plumpsen. Die Aufregung von vorhin ist vor\u00fcber. Man denkt ganz ruhig und sachlich, w\u00e4gt die Treffwahrscheinlichkeiten von ihm und von mir ab. \u00dcberhaupt ist der Kampf selbst am wenigsten aufregend in den meisten F\u00e4llen, und wer sich dabei aufregt, macht einen Fehler. Er wird nie einen abschie\u00dfen. Auch ist es wohl Gewohnheitssache. Jedenfalls habe ich in diesem Falle keinen Fehler gemacht. Nun bin ich auf f\u00fcnfzig Meter \u2019ran, jetzt einige gute Sch\u00fcsse, dann kann der Erfolg nicht ausbleiben. So dachte ich mir. Aber mit einem Male gibt es einen gro\u00dfen Knall, ich habe kaum zehn Schu\u00df heraus, gleich darauf klatscht es wieder in meiner Maschine. Es ist mir klar, ich bin getroffen. Wenigstens meine Maschine, ich f\u00fcr [115]meine Person nicht. Im selben Augenblick stinkt es ganz ungeheuerlich nach Benzin, auch l\u00e4\u00dft der Motor nach. Der Engl\u00e4nder merkt es, denn er schie\u00dft nun um so mehr. Ich mu\u00df sofort ablassen. Senkrecht geht es \u2019runter. Unwillk\u00fcrlich habe ich den Motor abgestellt. Es war auch h\u00f6chste Zeit. Wenn der Benzintank durchl\u00f6chert ist und das Zeug einem so um die Beine spritzt, ist die Gefahr des Brennens doch gro\u00df. Vor sich hat man einen \u00fcber einhundertundf\u00fcnfzig \u00bbPferde\u00ab starken Explosionsmotor, also gl\u00fchend hei\u00df. Ein Tropfen Benzin, und die ganze Maschine brennt. Ich hinterlasse in der Luft einen wei\u00dfen Streifen. Ich kenne ihn beim Gegner genau. Es sind dies die Vorzeichen der Explosion. Noch bin ich dreitausend Meter hoch, habe also noch ein ganzes Ende bis auf die Erde. Gott sei Dank h\u00f6rt der Motor auf zu laufen. Die Geschwindigkeit, die das Flugzeug erreicht, kann ich nicht berechnen. Sie ist jedenfalls so gro\u00df, da\u00df ich nicht den Kopf herausstecken kann, ohne durch den Windzug hinten\u00fcber gedr\u00fcckt zu werden. Bald bin ich den Gegner los und habe nun noch Zeit, bis ich auf die Erde komme, zu sehen, was denn meine vier anderen Herren machen. Sie sind noch im Kampf. Man h\u00f6rt das Maschinengewehrfeuer des Gegners und das der eignen. Pl\u00f6tzlich eine Rakete. Ist es das Leuchtsignal eines Gegners? Aber nein. Daf\u00fcr ist es zu gro\u00df. [116]Es wird immer gr\u00f6\u00dfer. Es brennt einer. Aber was f\u00fcr einer? Die Maschine sieht genau so aus wie unsere. Gott sei Dank, es ist ein Gegner. Wer mag ihn abgeschossen haben? Gleich darauf f\u00e4llt aus dem Geschwader ein zweites Flugzeug heraus, \u00e4hnlich wie ich, senkrecht nach unten, \u00fcberschl\u00e4gt sich sogar, \u00fcberschl\u00e4gt sich immer noch \u2013 da \u2013 jetzt hat es sich gefangen. Fliegt geradeaus genau auf mich zu. Auch ein Albatros. Gewi\u00df ist es ihm so gegangen wie mir. Ich bin wohl noch einige hundert Meter hoch und mu\u00df mich so sachte umgucken, wo ich denn landen will. Denn so eine Landung ist meistenteils mit Bruch verbunden. Und so ein Bruch l\u00e4uft nicht immer g\u00fcnstig ab, also \u2013 aufpassen. Ich finde eine Wiese, nicht sehr gro\u00df, aber sie gen\u00fcgt gerade, wenn man etwas vorsichtig zu Werke geht. Au\u00dferdem liegt sie mir g\u00fcnstig, direkt an der Chaussee bei H\u00e9nin-Li\u00e9tard. Dort will ich auch landen. Es geht alles glatt. Mein erster Gedanke ist: Wo bleibt der andere? Er landet einige Kilometer von mir entfernt. Ich habe nun Zeit, mir den Schaden zu beschauen. Einige Treffer sind darin, aber der Treffer, der mich veranla\u00dft hat, den Kampf abzubrechen, ist einer durch beide Benzintanks. Ich habe keinen Tropfen Benzin mehr drin, der Motor ist gleichfalls angeschossen. Schade um ihn, er lief noch so gut. Die Beine lasse ich herausbaumeln aus der Maschine und mag wohl ein ziemlich t\u00f6richtes [117]Gesicht gemacht haben. Sofort hat sich eine gro\u00dfe Menge Soldaten um mich versammelt. Da kommt ein Offizier. Er ist ganz au\u00dfer Atem. Sehr aufgeregt! Gewi\u00df ist ihm was Schreckliches passiert. Er st\u00fcrzt auf mich zu, schnappt nach Luft und fragt: \u00bbHoffentlich ist Ihnen nichts passiert? Ich habe die ganze Sache beobachtet und bin ja so aufgeregt! Herrgott, das sah schrecklich aus!\u00ab Ich versicherte ihm, da\u00df mir gar nichts fehlte, sprang herunter, stellte mich vor. Selbstverst\u00e4ndlich verstand er keinen Ton von meinem Namen. Aber er forderte mich auf, mit seinem Automobil in das nahe H\u00e9nin-Li\u00e9tard hineinzufahren, wo sein Quartier war. Es war ein Pionieroffizier. Wir sitzen bereits in dem Wagen und fahren gerade an. Mein Gastgeber hat sich noch immer nicht beruhigt. Pl\u00f6tzlich erschrickt er und fragt: \u00bbHerrgott, wo ist denn Ihr Kraftfahrer?\u00ab Zuerst wu\u00dfte ich nicht recht, was er meinte, guckte ihn wohl etwas verwirrt an. Dann wurde mir klar, da\u00df er mich f\u00fcr den Beobachter eines zweisitzigen Flugzeuges hielt und nach meinem Flugzeugf\u00fchrer fragte. Schnell fa\u00dfte ich mich und sagte ganz trocken: \u00bbIch fahre allein.\u00ab Das Wort \u00bbfahren\u00ab ist in der Fliegertruppe verp\u00f6nt. Man f\u00e4hrt nicht, man \u00bbfliegt\u00ab. In den Augen des braven Herrn war ich ganz entschieden durch die Tatsache, da\u00df ich allein \u00bbfahre\u00ab, sichtbar gesunken. Die Unterhaltung wurde etwas spr\u00f6der. [118]Da kommen wir in seinem Quartier an. Ich habe noch immer meine schmutzige \u00d6llederjacke an, einen dicken Schal um. Unterwegs hat er mich nat\u00fcrlich mit unendlich vielen Fragen best\u00fcrmt. \u00dcberhaupt war der ganze Herr bedeutend mehr aufgeregt als ich. Da zwang er mich, auf einem Sofa mich hinzulegen, oder wollte dies tun mit der Begr\u00fcndung, da\u00df ich doch von meinem Kampf noch ganz echauffiert sein m\u00fc\u00dfte. Ich versicherte ihm, da\u00df ich schon manchmal luftgek\u00e4mpft h\u00e4tte, was ihm aber gar nicht in den Kopf kommen wollte. Ich sah gewi\u00df nicht sehr kriegerisch aus. Nach einiger Unterhaltung kommt er nat\u00fcrlich mit der ber\u00fchmten Frage: \u00bbHaben Sie schon einmal einen abgeschossen?\u00ab Meinen Namen hatte er, wie gesagt, nicht geh\u00f6rt. \u00bbAch ja,\u00ab sagte ich, \u00bbab und zu.\u00ab \u00bbSo \u2013 so haben Sie etwa schon zwei abgeschossen?\u00ab \u00bbNein, aber vierundzwanzig.\u00ab Er l\u00e4chelt, wiederholt seine Frage und meint, unter \u00bbabgeschossen\u00ab verstehe er einen, der \u2019runtergefallen sei und unten liegenbliebe. Ich versicherte ihm, das w\u00e4re auch meine Auffassung davon. Jetzt war ich ganz unten durch, denn jetzt hielt er mich f\u00fcr einen m\u00e4chtigen Aufschneider. Er lie\u00df mich sitzen und sagte mir, da\u00df in einer Stunde gegessen w\u00fcrde, und wenn es mir recht sei, k\u00f6nne ich ja mitessen. Nun machte ich doch von seinem Anerbieten Gebrauch und schlief eine Stunde fest. Dann gingen wir \u2019r\u00fcber ins [119]Kasino. Hier pellte ich mich aus und hatte zum Gl\u00fcck meinen Pour le m\u00e9rite um. Leider aber keine Uniformjacke darunter, sondern nur eine Weste. Ich bitte um Entschuldigung, da\u00df ich nicht besser angezogen bin, und mit einem Male entdeckt mein guter H\u00e4uptling an mir den Pour le m\u00e9rite. Er wird sprachlos vor Erstaunen und versichert mir, da\u00df er nicht w\u00fc\u00dfte, wie ich hei\u00dfe. Ich sagte ihm nochmals meinen Namen. Jetzt schien ihm etwas zu d\u00e4mmern, da\u00df er wohl schon mal von mir geh\u00f6rt hatte. Ich bekam nun Austern und Schampus zu trinken und lebte eigentlich recht gut, bis schlie\u00dflich Sch\u00e4fer kam und mich mit meinem Wagen abholte. Von ihm erfuhr ich, da\u00df L\u00fcbbert wieder mal seinem Spitznamen Ehre gemacht hatte. Er hie\u00df n\u00e4mlich unter uns \u00bbKugelfang\u00ab, denn in jedem Luftkampf wurde seine Maschine arg mitgenommen. Einmal wies sie vierundsechzig Treffer auf, ohne da\u00df er selbst verwundet war. Diesmal hatte er einen Streifschu\u00df an der Brust bekommen und lag bereits im Lazarett. Seine Maschine flog ich gleich nach dem Hafen. Leider ist dieser hervorragende Offizier, der das Zeug dazu hatte, einmal ein Boelcke zu werden, einige Wochen sp\u00e4ter den Heldentod f\u00fcrs Vaterland gestorben. 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