{"id":13999,"date":"2021-12-16T17:30:59","date_gmt":"2021-12-16T16:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.meettheredbaron.com\/event\/bombenfluge-in-rusland\/"},"modified":"2025-02-07T14:25:11","modified_gmt":"2025-02-07T13:25:11","slug":"bombenfluge-in-rusland","status":"publish","type":"event","link":"https:\/\/dev.meettheredbaron.com\/de\/event\/bombenfluge-in-rusland\/","title":{"rendered":"Bombenfl\u00fcge in Ru\u00dfland"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Bombenfl\u00fcge in Ru\u00dfland. Juni hie\u00df es pl\u00f6tzlich verladen. Wir wu\u00dften nicht, wo es hinging, aber den richtigen Tip hatten wir und waren deshalb nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig erstaunt, wie uns unser Kommandeur mit der Neuigkeit \u00fcberraschte, da\u00df wir nach Ru\u00dfland gingen. Wir fuhren durch ganz Deutschland mit unserem Wohnzug, aus Speise- und Schlafwagen bestehend, und kamen schlie\u00dflich nach Kowel. Dort blieben wir in unseren Eisenbahnwagen wohnen. Dieses Wohnen in Z\u00fcgen hat ja nun nat\u00fcrlich sehr viel Vorteile. Man ist stets fertig, um weiterzureisen, und man hat immer dasselbe Quartier. Aber in der russischen Sommerhitze ist so ein Schlafwagen das F\u00fcrchterlichste, was es geben kann. Deshalb zog ich es vor, mit zwei guten Freunden, Gerstenberg und Scheele, in den nahen Wald zu ziehen, wo wir uns ein Zelt aufbauten und wie Zigeuner lebten. Das waren sch\u00f6ne Zeiten. * In Ru\u00dfland warf unser Kampfgeschwader viel Bomben. Wir besch\u00e4ftigten uns damit, die Russen zu \u00e4rgern, und legten auf ihre sch\u00f6nsten Bahnanlagen unsere Eier. An einem dieser Tage zog unser ganzes Geschwader los, um eine sehr wichtige Bahnhofsanlage zu bewerfen. Das Nest hie\u00df Manjewicze und lag etwa drei\u00dfig Kilometer hinter der Front, also nicht so \u00fcbertrieben weit. Die Russen hatten einen Angriff geplant, und zu diesem Zweck war der Bahnhof ganz ungeheuerlich mit Z\u00fcgen angef\u00fcllt. Ein Zug stand neben dem anderen, eine ganze Strecke war mit fahrenden Z\u00fcgen belegt. Man konnte das von oben sehr sch\u00f6n sehen; an jeder Ausweichstelle stand ein Transportzug. Also ein wirklich lohnendes Ziel f\u00fcr einen Bombenflug. Man kann sich f\u00fcr alles begeistern. So hatte ich mich mal f\u00fcr eine Weile f\u00fcr dieses Bombenfliegen begeistert. Es machte mir einen unheimlichen Spa\u00df, die Br\u00fcder da unten zu bepflastern. Oft zog ich an einem Tage zweimal los. An diesem Tage hatten wir uns also Manjewicze zum Ziele gesteckt. Jede Staffel f\u00fcr sich zog geschlossen gen Ru\u00dfland. Die Maschinen standen am Start, jeder Flugzeugf\u00fchrer versuchte noch einmal seinen Motor, denn es ist eine peinliche Sache, auf der falschen Partei notzulanden und besonders in Ru\u00dfland. Der Russe ist auf Flieger wie wild. Kriegt er einen zu fassen, schl\u00e4gt er ihn ganz bestimmt tot. Das ist auch die einzige Gefahr in Ru\u00dfland, denn feindliche Flieger gibt es da nicht, oder so gut wie gar nicht. Kommt mal einer vor, so hat er sicherlich Pech und wird abgeschossen. Die Ballonabwehrgesch\u00fctze in Ru\u00dfland sind manchmal ganz gut, aber ihre Zahl nicht ausreichend. Gegen den Westen jedenfalls ist das Fliegen im Osten eine Erholung. * Die Maschinen rollen schwer bis an den Startplatz. Sie sind bis auf ihr letztes Ladegewicht mit Bomben angef\u00fcllt. Ich schleppte manchmal einhundertf\u00fcnfzig Kilogramm Bomben mit einem ganz normalen C-Flugzeug. Au\u00dferdem hatte ich noch einen schweren Beobachter mit, dem man die Fleischnot gar nicht ansah, ferner \u00bbf\u00fcr den Fall, da\u00df\u00ab noch zwei Maschinengewehre. Ich habe sie nie in Ru\u00dfland ausprobieren k\u00f6nnen. Es ist sehr schade, da\u00df in meiner Sammlung kein Russe vorhanden ist. An der Wand w\u00fcrde sich seine Kokarde gewi\u00df ganz malerisch machen. So ein Flug mit einer dicken, schwerbeladenen Maschine, besonders in der russischen Mittagsglut, ist nicht von Pappe. Die K\u00e4hne schaukeln sehr unangenehm. Runterfallen tun sie nat\u00fcrlich nicht, daf\u00fcr sorgen die einhundertf\u00fcnfzig \u00bbPferde\u00ab, aber es ist doch kein angenehmes Gef\u00fchl, so viel Sprengladung und Benzin bei sich zu haben. Endlich ist man in einer ruhigeren Luftschicht und kommt allm\u00e4hlich zu dem Genu\u00df des Bombenfluges. Es ist sch\u00f6n, geradeaus zu fliegen, ein bestimmtes Ziel zu haben und einen festen Auftrag. Man hat nach einem Bombenwurf das Gef\u00fchl: Du hast etwas geleistet, w\u00e4hrend man manchmal bei einem Jagdflug, wo man keinen abgeschossen [84]hat, sich sagen mu\u00df: Du h\u00e4ttest es besser machen k\u00f6nnen. Ich habe sehr gern Bomben geworfen. Mein Beobachter hatte es sachte sehr ordentlich wegbekommen, das Ziel genau senkrecht zu \u00fcberfliegen und mit Hilfe eines Zielfernrohres den guten Augenblick abzupassen, um sein Ei zu legen. Es ist ein sch\u00f6ner Flug nach Manjewicze. Ich habe ihn \u00f6fters hinter mir. Wir kamen \u00fcber riesige Waldkomplexe, in denen gewi\u00df die Elche und Luchse herumturnen. Die D\u00f6rfer sahen allerdings auch so aus, als ob sich die F\u00fcchse darin Gute Nacht sagen k\u00f6nnten. Das einzige gr\u00f6\u00dfere Dorf in der ganzen Gegend war Manjewicze. Um das Dorf herum waren zahllose Zelte aufgeschlagen und am Bahnhof selbst unz\u00e4hlige Baracken. Rote Kreuze konnten wir nicht erkennen. Vor uns war eine Staffel dagewesen. Dieses konnte man an einzelnen rauchenden H\u00e4usern und Baracken noch feststellen. Sie hatte nicht schlecht geworfen. Der eine Ausgang des Bahnhofs war durch einen Treffer offenbar versperrt. Die Lokomotive dampfte noch. Gewi\u00df waren die Herren Zugf\u00fchrer irgendwo in einem Unterstand oder so was \u00c4hnlichem. Auf der anderen Seite fuhr gerade eine Lokomotive mit gro\u00dfer Fahrt heraus. Nat\u00fcrlich reizte einen das, das Ding zu treffen. Wir fliegen das Ding an und setzen einige hundert Meter davor eine Bombe. Der gew\u00fcnschte Erfolg war da, die Lokomotive blieb stehen. Wir machen kehrt und werfen noch sauber Bombe f\u00fcr Bombe, fein gezielt durch das Zielfernrohr, auf den Bahnhof. Wir haben ja Zeit, es st\u00f6rt uns niemand. Ein feindlicher Flughafen ist zwar ganz in der N\u00e4he, aber seine Piloten sind nicht zu sehen. Abwehrgesch\u00fctze knallen nur ganz vereinzelt und in einer ganz anderen Richtung als wir fliegen. Wir heben uns noch eine Bombe auf, um sie besonders nutzbringend beim Nachhauseflug anzuwenden. Da sehen wir, wie ein feindlicher Flieger auf seinem Hafen startet. Ob er sich wohl mit dem Gedanken tr\u00e4gt, uns anzugreifen? Ich glaube es nicht. Viel eher sucht er Sicherheit in der Luft, denn das ist bei Bombenfl\u00fcgen auf Flugh\u00e4fen ganz gewi\u00df das bequemste, sich der pers\u00f6nlichen Lebensgefahr zu entziehen. Wir machen noch einige Umwege und suchen Truppenlager, denn das macht besonderen Spa\u00df, die Herren da unten mit Maschinengewehren zu beunruhigen. Solche halbwilden V\u00f6lkerst\u00e4mme wie die Asiaten haben noch viel mehr Angst als die gebildeten Engl\u00e4nder. Besonders interessant ist es, auf feindliche Kavallerie zu schie\u00dfen. Es bringt ungeheure Unruhe unter die Leute. Man sieht sie mit einem Male nach allen Himmelsrichtungen davonsausen. Ich m\u00f6chte nicht Schwadronschef von so einer Kosakeneskadron sein, die von Fliegern mit Maschinengewehren beschossen [86]wird. Allm\u00e4hlich konnten wir wieder unsere Linien sehen. Nun wurde es Zeit, da\u00df wir unsere letzte Bombe loswurden. Wir beschlossen, einen Fesselballon, \u00bbden\u00ab Fesselballon der Russen, mit einer Bombe zu bedenken. Wir konnten ganz gem\u00fctlich auf wenige hundert Meter heruntergehen und den Fesselballon bewerfen. Anfangs wurde er mit gro\u00dfer Hast eingezogen, wie aber die Bombe gefallen war, h\u00f6rte das Einziehen auf. Ich erkl\u00e4rte es mir dadurch, nicht etwa, da\u00df ich getroffen hatte, sondern eher, da\u00df die Russen ihren Hetman da oben in dem Korb im Stich lie\u00dfen und weggelaufen waren. Wir erreichten schlie\u00dflich unsere Front, unsere Gr\u00e4ben und waren, als wir zu Hause ankamen, doch etwas erstaunt, wie wir feststellten, da\u00df man uns von unten doch beschossen hatte, wenigstens zeigte dies ein Treffer in der Tragfl\u00e4che. * Ein andermal waren wir gleichfalls etwa in derselben Gegend auf einen Angriff der Russen angesetzt, die den Stochod zu \u00fcberschreiten beabsichtigten. Wir kamen an die gef\u00e4hrdete Stelle, mit Bomben beladen und sehr viel Patronen f\u00fcrs Maschinengewehr, und da sahen wir zu unserer gro\u00dfen \u00dcberraschung, wie bereits der Stochod von feindlicher Kavallerie \u00fcberschritten wird. Eine einzige Br\u00fccke diente zum Nachschub. Also war es klar: Trifft man diese, so kann man dem Feind ungeheuer schaden. Au\u00dferdem w\u00e4lzten sich \u00fcber den schmalen Steg dicke Truppenmassen. Wir gingen auf m\u00f6glichst niedrige H\u00f6he hinunter und konnten nun genau erkennen, da\u00df die feindliche Kavallerie in gro\u00dfer Geschwindigkeit \u00fcber den \u00dcbergang marschierte. Die erste Bombe krachte nicht weit von ihr, die zweite, dritte folgte unmittelbar darauf. Unten entsteht eine w\u00fcste Unordnung. Die Br\u00fccke ist zwar nicht getroffen, aber nichtsdestotrotz hat der Verkehr vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt, und alles, was Beine hat, ist nach allen Himmelsrichtungen davon. Der Erfolg war gut, denn das waren nur drei Bomben; es kam ja noch das ganze Geschwader hinterher. Und so konnten wir noch manches erreichen. Mein Beobachter scho\u00df feste mit dem Maschinengewehr unter die Br\u00fcder, und wir hatten einen wilden Spa\u00df daran. Was unser positiver Erfolg war, kann ich nat\u00fcrlich nicht sagen. Die Russen haben es mir auch nicht erz\u00e4hlt. Aber eingebildet habe ich mir, da\u00df ich den russischen Angriff allein abgeschlagen habe. Ob es stimmt, wird die Kriegschronik der Russen nach dem Kriege mir wohl mitteilen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event-type":[222],"source-language":[260],"source-id-tax":[293],"class_list":["post-13999","event","type-event","status-publish","hentry","event-type-relocation-trips-de","source-language-deutsch-de","source-id-tax-der-rote-kampfflieger-von-rittmeister-manfred-freiherrn-von-richthofen-1917-351-000-400-000-verlag-ullstein-co-berlin-wien-de","entry","no-media"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v25.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Bombenfl\u00fcge in Ru\u00dfland - Meet The Red Baron<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/dev.meettheredbaron.com\/de\/event\/bombenfluge-in-rusland\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Bombenfl\u00fcge in Ru\u00dfland - 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An diesem Tage hatten wir uns also Manjewicze zum Ziele gesteckt. Jede Staffel f\u00fcr sich zog geschlossen gen Ru\u00dfland. Die Maschinen standen am Start, jeder Flugzeugf\u00fchrer versuchte noch einmal seinen Motor, denn es ist eine peinliche Sache, auf der falschen Partei notzulanden und besonders in Ru\u00dfland. Der Russe ist auf Flieger wie wild. Kriegt er einen zu fassen, schl\u00e4gt er ihn ganz bestimmt tot. Das ist auch die einzige Gefahr in Ru\u00dfland, denn feindliche Flieger gibt es da nicht, oder so gut wie gar nicht. Kommt mal einer vor, so hat er sicherlich Pech und wird abgeschossen. Die Ballonabwehrgesch\u00fctze in Ru\u00dfland sind manchmal ganz gut, aber ihre Zahl nicht ausreichend. Gegen den Westen jedenfalls ist das Fliegen im Osten eine Erholung. * Die Maschinen rollen schwer bis an den Startplatz. Sie sind bis auf ihr letztes Ladegewicht mit Bomben angef\u00fcllt. Ich schleppte manchmal einhundertf\u00fcnfzig Kilogramm Bomben mit einem ganz normalen C-Flugzeug. Au\u00dferdem hatte ich noch einen schweren Beobachter mit, dem man die Fleischnot gar nicht ansah, ferner \u00bbf\u00fcr den Fall, da\u00df\u00ab noch zwei Maschinengewehre. Ich habe sie nie in Ru\u00dfland ausprobieren k\u00f6nnen. Es ist sehr schade, da\u00df in meiner Sammlung kein Russe vorhanden ist. An der Wand w\u00fcrde sich seine Kokarde gewi\u00df ganz malerisch machen. So ein Flug mit einer dicken, schwerbeladenen Maschine, besonders in der russischen Mittagsglut, ist nicht von Pappe. Die K\u00e4hne schaukeln sehr unangenehm. Runterfallen tun sie nat\u00fcrlich nicht, daf\u00fcr sorgen die einhundertf\u00fcnfzig \u00bbPferde\u00ab, aber es ist doch kein angenehmes Gef\u00fchl, so viel Sprengladung und Benzin bei sich zu haben. Endlich ist man in einer ruhigeren Luftschicht und kommt allm\u00e4hlich zu dem Genu\u00df des Bombenfluges. Es ist sch\u00f6n, geradeaus zu fliegen, ein bestimmtes Ziel zu haben und einen festen Auftrag. Man hat nach einem Bombenwurf das Gef\u00fchl: Du hast etwas geleistet, w\u00e4hrend man manchmal bei einem Jagdflug, wo man keinen abgeschossen [84]hat, sich sagen mu\u00df: Du h\u00e4ttest es besser machen k\u00f6nnen. Ich habe sehr gern Bomben geworfen. Mein Beobachter hatte es sachte sehr ordentlich wegbekommen, das Ziel genau senkrecht zu \u00fcberfliegen und mit Hilfe eines Zielfernrohres den guten Augenblick abzupassen, um sein Ei zu legen. Es ist ein sch\u00f6ner Flug nach Manjewicze. Ich habe ihn \u00f6fters hinter mir. Wir kamen \u00fcber riesige Waldkomplexe, in denen gewi\u00df die Elche und Luchse herumturnen. Die D\u00f6rfer sahen allerdings auch so aus, als ob sich die F\u00fcchse darin Gute Nacht sagen k\u00f6nnten. Das einzige gr\u00f6\u00dfere Dorf in der ganzen Gegend war Manjewicze. Um das Dorf herum waren zahllose Zelte aufgeschlagen und am Bahnhof selbst unz\u00e4hlige Baracken. Rote Kreuze konnten wir nicht erkennen. Vor uns war eine Staffel dagewesen. Dieses konnte man an einzelnen rauchenden H\u00e4usern und Baracken noch feststellen. Sie hatte nicht schlecht geworfen. Der eine Ausgang des Bahnhofs war durch einen Treffer offenbar versperrt. Die Lokomotive dampfte noch. Gewi\u00df waren die Herren Zugf\u00fchrer irgendwo in einem Unterstand oder so was \u00c4hnlichem. Auf der anderen Seite fuhr gerade eine Lokomotive mit gro\u00dfer Fahrt heraus. Nat\u00fcrlich reizte einen das, das Ding zu treffen. Wir fliegen das Ding an und setzen einige hundert Meter davor eine Bombe. Der gew\u00fcnschte Erfolg war da, die Lokomotive blieb stehen. Wir machen kehrt und werfen noch sauber Bombe f\u00fcr Bombe, fein gezielt durch das Zielfernrohr, auf den Bahnhof. Wir haben ja Zeit, es st\u00f6rt uns niemand. Ein feindlicher Flughafen ist zwar ganz in der N\u00e4he, aber seine Piloten sind nicht zu sehen. Abwehrgesch\u00fctze knallen nur ganz vereinzelt und in einer ganz anderen Richtung als wir fliegen. Wir heben uns noch eine Bombe auf, um sie besonders nutzbringend beim Nachhauseflug anzuwenden. Da sehen wir, wie ein feindlicher Flieger auf seinem Hafen startet. Ob er sich wohl mit dem Gedanken tr\u00e4gt, uns anzugreifen? Ich glaube es nicht. Viel eher sucht er Sicherheit in der Luft, denn das ist bei Bombenfl\u00fcgen auf Flugh\u00e4fen ganz gewi\u00df das bequemste, sich der pers\u00f6nlichen Lebensgefahr zu entziehen. Wir machen noch einige Umwege und suchen Truppenlager, denn das macht besonderen Spa\u00df, die Herren da unten mit Maschinengewehren zu beunruhigen. Solche halbwilden V\u00f6lkerst\u00e4mme wie die Asiaten haben noch viel mehr Angst als die gebildeten Engl\u00e4nder. Besonders interessant ist es, auf feindliche Kavallerie zu schie\u00dfen. Es bringt ungeheure Unruhe unter die Leute. Man sieht sie mit einem Male nach allen Himmelsrichtungen davonsausen. Ich m\u00f6chte nicht Schwadronschef von so einer Kosakeneskadron sein, die von Fliegern mit Maschinengewehren beschossen [86]wird. Allm\u00e4hlich konnten wir wieder unsere Linien sehen. Nun wurde es Zeit, da\u00df wir unsere letzte Bombe loswurden. Wir beschlossen, einen Fesselballon, \u00bbden\u00ab Fesselballon der Russen, mit einer Bombe zu bedenken. Wir konnten ganz gem\u00fctlich auf wenige hundert Meter heruntergehen und den Fesselballon bewerfen. Anfangs wurde er mit gro\u00dfer Hast eingezogen, wie aber die Bombe gefallen war, h\u00f6rte das Einziehen auf. Ich erkl\u00e4rte es mir dadurch, nicht etwa, da\u00df ich getroffen hatte, sondern eher, da\u00df die Russen ihren Hetman da oben in dem Korb im Stich lie\u00dfen und weggelaufen waren. Wir erreichten schlie\u00dflich unsere Front, unsere Gr\u00e4ben und waren, als wir zu Hause ankamen, doch etwas erstaunt, wie wir feststellten, da\u00df man uns von unten doch beschossen hatte, wenigstens zeigte dies ein Treffer in der Tragfl\u00e4che. * Ein andermal waren wir gleichfalls etwa in derselben Gegend auf einen Angriff der Russen angesetzt, die den Stochod zu \u00fcberschreiten beabsichtigten. Wir kamen an die gef\u00e4hrdete Stelle, mit Bomben beladen und sehr viel Patronen f\u00fcrs Maschinengewehr, und da sahen wir zu unserer gro\u00dfen \u00dcberraschung, wie bereits der Stochod von feindlicher Kavallerie \u00fcberschritten wird. Eine einzige Br\u00fccke diente zum Nachschub. Also war es klar: Trifft man diese, so kann man dem Feind ungeheuer schaden. Au\u00dferdem w\u00e4lzten sich \u00fcber den schmalen Steg dicke Truppenmassen. Wir gingen auf m\u00f6glichst niedrige H\u00f6he hinunter und konnten nun genau erkennen, da\u00df die feindliche Kavallerie in gro\u00dfer Geschwindigkeit \u00fcber den \u00dcbergang marschierte. Die erste Bombe krachte nicht weit von ihr, die zweite, dritte folgte unmittelbar darauf. Unten entsteht eine w\u00fcste Unordnung. Die Br\u00fccke ist zwar nicht getroffen, aber nichtsdestotrotz hat der Verkehr vollst\u00e4ndig aufgeh\u00f6rt, und alles, was Beine hat, ist nach allen Himmelsrichtungen davon. Der Erfolg war gut, denn das waren nur drei Bomben; es kam ja noch das ganze Geschwader hinterher. Und so konnten wir noch manches erreichen. Mein Beobachter scho\u00df feste mit dem Maschinengewehr unter die Br\u00fcder, und wir hatten einen wilden Spa\u00df daran. Was unser positiver Erfolg war, kann ich nat\u00fcrlich nicht sagen. Die Russen haben es mir auch nicht erz\u00e4hlt. Aber eingebildet habe ich mir, da\u00df ich den russischen Angriff allein abgeschlagen habe. 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